Das Auto ist zum Symbol der Verarmung der Italiener geworden.

Jahrzehntelang galt es als Statussymbol für erreichten Wohlstand; heute ist es ein unerreichbarer Traum. In den Boomjahren konnte man es mit durchschnittlich fünf Monatsraten erwerben; heute sind es elf.

Selbstarmut in Italien
Das Auto ist wie ein Thermometer: Es misst den Wohlstand der Bevölkerung, ihre Kaufkraft für ein Produkt, das nach wie vor weit verbreitet ist. Rund dreißig Jahre lang, von den 1950er- bis zu den 1970er-Jahren, verkörperte das Auto den langen Weg der Italiener zum Wohlstand und war das wichtigste Statussymbol eines erreichten Meilensteins: einer ländlichen Bevölkerung, die sich zu einer wohlhabenden Mittelschicht entwickelt hatte (manche nennen es heute „Gentleman-Land“). Heute hat sich dieses Paradigma völlig umgekehrt. Das Auto hat auch seinen Status als Symbol verloren. Während die neuen Generationen es nur noch als eine weitere Ware betrachten, hat es die Rolle eines Symbols für die Verarmung der Mittelschicht, also der Mehrheit der Bevölkerung, erlangt.
Eine Umfrage über die Mobilität der Italiener, erstellt im Jahr 2026 von Bain & Company, einer strategischen Unternehmensberatung, in Zusammenarbeit mit Aniasa, der nationale Verband der Autovermietungs-, Sharing- und digitalen Automobilindustrie, Er sagt, dass man in Italien heute durchschnittlich elf Monatsgehälter für den Kauf eines Neuwagens benötigt, während es im Jahr 2000 noch etwa fünf Monatsgehälter waren. Mehr als doppelt so viel.
Die Folge ist, dass das Auto im Alltag der Italiener nach wie vor eine sehr wichtige Rolle spielt (76 % der Befragten gaben an, es regelmäßig zu nutzen), der Kauf eines neuen Fahrzeugs jedoch immer weiter aufgeschoben wird: 59 % der Italiener geben an, den Kauf noch nicht in Erwägung gezogen oder verschoben zu haben.etwa jeder Zehnte hat beschlossen, aufzugeben.
Andererseits stagnieren die italienischen Gehälter seit einem Vierteljahrhundert, während im selben Zeitraum der durchschnittliche Autopreis von 15 auf 36 Euro gestiegen ist – ein Anstieg um 135 Prozent. Und raten Sie mal, wer den größten Einfluss auf diesen rasanten Preisanstieg hatte? Nachhaltige Autos, Elektro- und Hybridfahrzeuge, die kurzsichtige europäische Hersteller sofort als Luxusprodukte und nicht als Fahrzeuge für den Massenmarkt interpretiert haben. Das Ergebnis: Das nachhaltige Auto ist zum Statussymbol geworden, wenn auch nur für eine kleine Minderheit der neuen Elite. umweltbewusste KonsumentenWährend andere mit einer Reihe von Kosten auskommen müssen, die stetig steigen: Benzin, Wartung, Parkgebühren. Heutzutage erfordert ein durchschnittliches Auto für 36.000 Euro ein deutlich höheres Engagement, das oft mit Finanzierung, Leasing oder LangzeitmieteUnd um ihren Luxusstatus zu bestätigen, zählen zu den meistverkauften Elektroautos in Italien die verschiedenen Premiummodelle des sehr teuren Herstellers Tesla.
Unter dem Druck stagnierender Einkommen und steigender Lebenshaltungskosten haben die Italiener ihre Konsumprioritäten verlagert: Ein Teil des Geldes, das früher für Autos ausgegeben wurde, fließt nun in Reisen, Technologie, digitale Dienstleistungen oder andere Erlebnisse. Und das Auto, einst ein Symbol für Wohlstand, ist zum Sinnbild für Verarmung geworden.
Der große Elektroauto-BetrugEs sollte das Symbol einer neuen, nachhaltigen Mobilität sein. Stattdessen ist es lediglich das Symbol einer privilegierten Kaste von „grünen Konsumenten“. Wer hat diesen Widerspruch geschaffen? Mit welchen Zielen? Und mit welchen Folgen? Die Antworten in diesem Buch.
Der zerbrochene Mythos

Lesen Sie auch:

Möchten Sie eine Auswahl unserer Nachrichten sehen?