Fast acht Millionen Italiener verzichten auf kostenlose Krebsvorsorgeuntersuchungen.

Zu viele verpasste Gelegenheiten zur Krebsprävention. Die höchsten Abbruchraten verzeichnen die südlichen Regionen.

Martha Dominguez de Gouveia KF h9HMxRKg unsplash skaliert

Italiener misstrauen Krebsvorsorgeuntersuchungen, selbst wenn diese kostenlos sind, und verpassen dadurch eine wichtige Chance zur effektiven Krebsprävention. Laut Daten des Nationalen Screening-Observatoriums, die von der GIMBE-Stiftung analysiert wurden, haben im Jahr 2024 über 7,6 Millionen Menschen organisierte und kostenlose Krebsvorsorgeprogramme verpasst . Die Teilnahmequote variiert stark je nach Art der Untersuchung: Bei der Mammografie lag sie bei etwa 53,8 % , bei der Gebärmutterhalskrebsvorsorge bei 42 % und bei der Darmkrebsvorsorge lediglich bei 35,8 %.

Die beunruhigendsten Unterschiede sind jedoch die geografischen, wie die Tabelle zeigt:

Rekrutierung Region mit der höchsten Mitgliederzahl Region mit der geringsten Mitgliederzahl
Mammographie PA von Trient 82,7% Kalabrien 22,1%
Gebärmutterhals PA von Trient 90,3% Kalabrien 12,2%
Dickdarm und Rektum Aostatal 66,4% Kalabrien 5,2%

Doch was sind die Hauptursachen dieser enormen Verschwendung, die so schädlich für die Gesundheit so vieler Italiener ist?

Die Hauptgründe sind folgende: 

  • Nicht jeder wird vom System gut erreicht. Im Jahr 2024 variierte die Einladungsrate zwischen den Regionen erheblich. So lag sie beispielsweise bei der Mammographie in Süditalien und auf den Inseln bei 87,5 %, verglichen mit über 100 % in Nord- und Mittelitalien. 
  • Wartelisten und organisatorische Schwierigkeiten kann den Beitritt erschweren, insbesondere dort, wo die Dienstleistungen weniger effizient sind.
  • Enorme territoriale Unterschiede. Für den Kolorektalbereich betrug die Adhärenz 46,8 % im Norden, aber nur von der 21,1 % im Süden und auf den InselnBei der Mammographie betrug die Differenz 63,2 % gegenüber 40,1 %. 
  • Angst oder Unbehagen im Zusammenhang mit der Prüfung. Insbesondere werden manche Tests als lästig, aufdringlich oder peinlich empfunden.
  • Unterschätzung des Risikos: Viele Menschen, die sich gesund fühlen, denken, sie bräuchten keine Vorsorgeuntersuchung. Doch genau das ist der Zweck von Vorsorgeuntersuchungen: Krankheiten zu erkennen. bevor Symptome auftreten.
  • Sozioökonomische und kulturelle Bedingungen. Das ONS betont, dass sozioökonomische Faktoren die Teilnahme an Präventionsmaßnahmen maßgeblich beeinflussen.

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