Ein Geschenk, ein Kleidungsstück, ein elektronisches Gerät, ein Paar Schuhe, ein Parfüm: Niemand weiß genau, was drin ist. Doch der Kauf verlorener Pakete, ohne sie vorher gesehen zu haben, ist zu einem Geschäft und einem Trend geworden. Hunderte Menschen standen beispielsweise am Morgen des Dienstags, den 14. Januar 2024, im zweiten Stock des Einkaufszentrums Roma-Est in der Via Collatina Schlange, um an der Veranstaltung des französischen Startups King Colis teilzunehmen. Das Prinzip ist einfach: Das Unternehmen kauft nicht zugestellte und nicht abgeholte E-Commerce-Pakete zu Spottpreisen auf. Zuerst die Pakete mit dem Amazon-Logo, wodurch sperrige Artikel frei werden, die nach der Entsorgung recycelt oder anderweitig entsorgt werden müssten. Anschließend werden diese Pakete, ohne Kenntnis des Inhalts, von King Colis (www.king-colis.com) über die eigene Plattform oder in Pop-up-Stores zum Verkauf angeboten. Der Preis? Die Preise beginnen bei 1.99 € pro 100 Gramm für Pakete ohne Logo und bei 2,79 € für Amazon-Pakete. In der Praxis kostet ein Set anonymer Pakete mit einem Gesamtgewicht von 5 Kilo etwa 100 Euro, während ein mysteriöses 10-Kilo-Paket von Amazon fast 280 Euro kostet. Der Kauf wird somit zum Glücksspiel, und alles hängt vom Inhalt des Pakets ab.

Rein theoretisch könnte das Geschäft zwei Vorteile bieten. Zum einen streicht das französische Unternehmen seine Gewinnspanne ein, also die Differenz zwischen dem an den Online-Händler gezahlten Preis und dem tatsächlichen Wert des Artikels. Zum anderen könnte der Kunde angenehm überrascht sein, einen Artikel zu einem deutlich niedrigeren Preis als seinem eigentlichen Wert erworben zu haben. Allerdings besteht das Risiko, Geld zu verschwenden, falls er den Artikel nicht benötigt.
Es gibt auch andere Plattformen, die diese Art von Angebot jedoch nur gelegentlich machen: eBay, die echte Auktionen organisiert; MerkatopolisIn einigen italienischen Städten werden Fundsachen, sogar in großen Mengen, verkauft. Und wer sich im Internet gut auskennt, findet WhatsApp-Gruppen, in denen unverkaufte, nicht zugestellte oder verloren gegangene Überraschungspakete gehandelt werden.
Die Bilder stammen von der Facebook-Seite des Startups King Colis.
Lesen Sie auch:
- Ich gebe es dir, wenn du es abholst: das Netzwerk für Sachspenden per Facebook-Post
- Nutzlose Dinge zum Aussortieren oder Eintauschen
- Solidarity Toy House: Spielzeug, Kleidung und Schulbücher in Varese
Möchten Sie eine Auswahl unserer Nachrichten sehen?
- Abonnieren Sie unseren Newsletter klicken Sie hier;
- Wir sind auch dabei Google NewsAktivieren Sie den Stern, um uns zu Ihren bevorzugten Quellen hinzuzufügen;
- Folgen Sie uns auf Facebook, Instagram e Pinterest.

