Wissenschaftler warnen: Das ozeanische Zirkulationssystem ist vom Zusammenbruch bedroht.

Die Ursache ist die unkontrollierte Klimakrise. Ein Zusammenbruch wäre eine Katastrophe, selbst für Europa.

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Die Nachricht fand kaum Beachtung, ist aber für unsere Zukunft von großer Bedeutung: Einige Wissenschaftler, die die atmosphärische Meridionale Umwälzzirkulation (AMOC) untersuchen, sind überzeugt, dass die Klimakrise die Temperatur und den Salzgehalt des Meerwassers unwiderruflich verändert. Dies birgt die Gefahr eines Zusammenbruchs des Systems, dessen Folgen uns bereits heute erreichen.

Die AMOC (Atlantische Meridionale Umwälzzirkulation) ist ein großes System von Meeresströmungen im Atlantik, zu dem auch der Golfstrom gehört. Sie transportiert warmes Wasser an der Oberfläche nach Norden und kaltes Wasser in der Tiefe nach Süden und trägt so zur Regulierung des europäischen und globalen Klimas bei.

Ein möglicher Stillstand oder eine starke Abschwächung hängen hauptsächlich mit Veränderungen der Dichte des Meerwassers zusammen, die von Temperatur und Salzgehalt abhängen.

Die von Wissenschaftlern als Hauptursachen angesehenen Faktoren sind:

  1. Beschleunigtes Schmelzen des Eises
    Das Schmelzen der grönländischen und arktischen Eiskappen setzt große Mengen Süßwasser in den Nordatlantik frei.
    Süßwasser ist weniger salzig und daher weniger dicht: Dies erschwert es dem Oberflächenwasser, in die Tiefen des Ozeans abzusinken, was den „Motor“ der AMOC darstellt.
  2. Globale Erwärmung
    Steigende Meerestemperaturen führen zu wärmerem und weniger dichtem Oberflächenwasser. Dies behindert auch das Absinken von Wassermassen im Nordatlantik.
  3. Veränderungen bei Niederschlägen und Flüssen
    Mehr Regen, verstärktes Auftauen des Permafrosts und ein erhöhter Eintrag aus großen Flüssen könnten den Salzgehalt im Nordatlantik weiter verringern.
  4. Überwindung eines „kritischen Punktes“
    Viele Klimamodelle deuten darauf hin, dass die AMOC ein nichtlineares Verhalten aufweisen könnte: Jenseits einer bestimmten Abschwächungsschwelle könnte das System rapide zusammenbrechen, anstatt sich allmählich zu verlangsamen. Dies wird als „Kipppunkt“ bezeichnet.

Zu den potenziellen Auswirkungen einer starken Verlangsamung oder eines Zusammenbruchs gehören:

  • deutliche Abkühlung Nordwesteuropas;
  • Veränderungen der tropischen Niederschläge und Monsune;
  • Meeresspiegelanstieg entlang der Ostküste der Vereinigten Staaten;
  • Auswirkungen auf marine Ökosysteme und die Landwirtschaft;
  • Veränderungen bei extremen Wetterereignissen.

Die neueste Studie basierend auf Ozeanbeobachtungen und fortgeschrittene statistische Modelle schlug vor, dass die atlantische meridionale Umwälzzirkulation sein könnte näher an einem kritischen Schwellenwert als viele frühere Simulationen gezeigt hatten.

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