Das Schnabeltier ist das seltsamste Tier auf dem Planeten

Es handelt sich um ein eierlegendes Säugetier mit einem Entenschnabel. Die Weibchen besitzen keine Brüste, sondern sondern Milch über die Haut ab.

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Das Schnabeltier ((Ornithorhynchus anatinus) Es ist eine Ansammlung von Kuriositäten, angefangen damit, dass es fast so aussieht, als sei es aus Teilen verschiedener Tiere zusammengesetzt. Tatsächlich gehört das Schnabeltier zu einem sehr alten Zweig der Säugetiere, den Kloakentieren, die sich früh in der Evolution von anderen Säugetieren abspalteten. Es ist also kein „Fehler der Natur“: Es bewahrt primitive Merkmale, die andere Säugetiere vor Millionen von Jahren verloren haben.

Folgendes macht es so ungewöhnlich:

  • Es ist ein Säugetier, das Eier legt.
    Zusammen mit den Ameisenigeln gehört es zu den Kloakentieren, einer uralten Säugetiergruppe. Es hat Fell und produziert Milch, aber anstatt Junge zu gebären, legt es wie Reptilien Eier. Für Biologen des 19. Jahrhunderts war dies schockierend, da es den natürlichen Klassifizierungen zu widersprechen schien; es war, als fände man eine Katze mit Federn, die Eier legt.
  • Es hat einen Entenschnabel.
    Seine Schnauze ähnelt der einer Ente, doch das ist nicht nur ästhetisch: Sie enthält Tausende von elektrischen Rezeptoren, die es ihm ermöglichen, die elektrischen Signale seiner Beutetiere unter Wasser wahrzunehmen. Außerdem fühlt sich der Schnabel des Schnabeltiers nicht hart an wie der einer Ente, sondern weich und flexibel und besitzt Tausende von Poren, die als Elektrorezeptoren fungieren – eine Art „sechster Sinn“.
  • Produziert Milch, hat aber keine Zitzen.
    Die Weibchen, die keine Zitzen besitzen, sondern Milch über ihre Haut ab, die die Jungen von ihrem Fell lecken. Das Weibchen zieht ihre Jungen allein auf, während die Männchen nur darauf aus sind, sich mit möglichst vielen Weibchen zu paaren und dabei sogar mit ihren Sporen kämpfen – einer Art hohler Kralle, ähnlich einem Hunde-Eckzahn, an der ein tödliches Gift haftet.
  • Männchen sind giftig
    An ihren Hinterbeinen besitzen sie einen Sporn, der mit einer Giftdrüse verbunden ist. Das Gift ist für Menschen selten tödlich, kann aber starke Schmerzen verursachen.
  • Es besitzt eine ganz besondere DNA
    Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es genetische Merkmale mit Säugetieren, Reptilien und Vögeln teilt. Beispielsweise unterscheidet sich sein Geschlechtschromosomensystem stark von dem des Menschen.
  • Als es entdeckt wurde, hielten viele es für eine Fälschung.
    Im späten 18. Jahrhundert glaubten europäische Gelehrte, dass jemand einen Entenschnabel an den Körper eines Säugetiers genäht hatte.
  • Kann unter Wasser „sehen“, ohne Augen oder Ohren zu benutzen.
    Beim Schwimmen schließt es Augen, Ohren und Nasenlöcher und verlässt sich fast ausschließlich auf die Elektrorezeption seines Schnabels.

Die neueste Kuriosität unter den Schnabeltieren wurde von einem sehr aktuelle Studie veröffentlicht Biology LettersDas Schnabeltier besitzt ein biologisches Merkmal, das bisher als exklusiv für Vögel galt: „hohle“ Melanosomen im Fell. Bei Säugetieren galten Melanosomen (die melaninhaltigen Zellstrukturen) stets als massiv. Der Fund einer solchen Hohlstruktur widerlegt diese scheinbar universelle Regel. Wissenschaftler vermuten, dass diese Strukturen an der Wärmedämmung, dem Leben im semiaquatischen Bereich oder der Interaktion mit Licht beteiligt sein könnten, wissen es aber noch nicht genau. Gerade die Ungewissheit über ihren Zweck macht die Entdeckung wissenschaftlich interessant.

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