Der 36-jährige Nigerianer Imagbe Ehizomwengie ist einer der vielen illegalen Migranten, die in einem Schlauchboot aus Libyen in Italien ankamen. Nachdem er aus dem vom Bürgerkrieg verwüsteten Nigeria geflohen war, wurde Imagbe 2016 in einem libyschen Internierungslager festgehalten, bis er mit Hilfe seiner Verwandten das Geld für das Lösegeld aufbringen und ein Schlauchboot besteigen konnte, das ihn zur Küste Siziliens brachte.
Nach seiner Ankunft in Italien versuchte Imagbe, eine besondere Schutzerlaubnis zu erhalten (ein Dokument für Asylsuchende, die bestimmte Voraussetzungen für die Anerkennung als Flüchtlinge nicht erfüllten und daher keine reguläre Aufenthaltserlaubnis erhielten). Sein Antrag wurde jedoch abgelehnt, und von diesem Moment an lebte er als illegaler Einwanderer. Er fand keine feste Arbeit, geschweige denn konnte er ein Bankkonto eröffnen. Er beschloss, nach Falconara Marittima in der Provinz Ancona zu ziehen, wo er als Straßenverkäufer von Taschentüchern etwas Geld verdienen konnte. Diesen Job wechselte er mit Betteln vor Supermarkteingängen ab.
Alles änderte sich im März 2026, als Imagbe zwei Rubbellose kaufte und sage und schreibe 500 € gewann. Da er jedoch weder eine Aufenthaltsgenehmigung noch ein Bankkonto besaß, konnte er den Gewinn nicht auszahlen lassen. Die nigerianische Gemeinde riet ihm, 250 € einem nigerianischen Freund anzuvertrauen. Dieser verschwand jedoch mit dem Geld, und die Hälfte des Gewinns wurde in einem Betrug verprasst. Dank des Bankkontos eines Cousins konnte Imagbe die andere Hälfte retten. Doch die Frage, wie er damit umgehen sollte, blieb offen, obwohl der Cousin fast das gesamte Geld in die Eröffnung eines Geschäfts namens „ Mama Africa“ in Falconara Marittima investiert hatte, das authentische afrikanische Produkte verkauft.
Die Lösung kam dank des Anwalts Andrea Palazzeschi, der sich auf die Verteidigung der Rechte von Einwanderern spezialisiert hat . Er reichte beim Gericht in Ancona einen Eilantrag ein, in dem er die Anerkennung von Imagbes Aufenthaltserlaubnis beantragte. Als Begründung nannte er zwei entscheidende Faktoren: Erstens spricht er gut Italienisch; zweitens arbeitet er in dem von seinem Cousin mit eigenem Geld eröffneten Mama-Africa-Laden.
Daraufhin ordnete das Gericht in Ancona die Ausstellung einer Aufenthaltserlaubnis an, und schließlich konnte Imagbe dank seines Glücks und seiner Beharrlichkeit sein neues Leben beginnen. Heute ist er ein vollwertiger Migrant, hat ein eigenes Geschäft und eine Arbeitsstelle und blickt mit großem Optimismus in die Zukunft.
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