ILLEGALE BAUARBEITEN IN KALABRIEN –
Die Folgen der Katastrophe sind immer dieselben: isolierte Ortschaften, weggespülte Straßen und Bahnstrecken, geschlossene Schulen. Ein Toter . Zwei Tage heftiger Regenfälle genügten, um Kalabrien erneut von der alljährlichen Flutkatastrophe heimzusuchen. Erdrutsche rollten mit Geschwindigkeiten von über sechs Metern pro Minute die Hänge hinab und rissen alles und jeden mit sich.
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BAUMUSKELN IN KALABRIEN –
Doch was stellen wir jedes Mal fest, wenn wir mit einem Erdrutsch oder einer Überschwemmung zu tun haben? Ganz einfach: Sobald die Angst nachgelassen hat, geht der Bau in Kalabrien weiter – illegal oder mit Genehmigungen, die mit äußerster Leichtsinnigkeit erteilt wurden –, als wäre nichts geschehen . Bis zum nächsten Unglück. „Wir tun so, als wäre nichts passiert, um die Bauwirtschaft nicht zum Erliegen zu bringen“, warnt Carlo Tandi, Geologe beim CNR und designierter Regionaldirektor des Zivilschutzes in Kalabrien.
HYDROGEOLOGISCHES RISIKO IN KALABRIEN –
Genau dort , wo vor einigen Jahren beinahe eine Tragödie passiert wäre, sind heute Wohnanlagen, Einkaufszentren und Kinos wie Pilze aus dem Boden geschossen : Mit jeder Katastrophe wächst das Bauvolumen. Von Cosenza bis Gioia Tauro schrumpft mehr als die Hälfte der Flussbecken flussabwärts durch den Bau oft illegaler Gebäude. Seit 1994 wurden 134 Gebäude mit allen erforderlichen Genehmigungen errichtet – dank der Bürgermeister von 160 Gemeinden, die die Baugenehmigungen erteilten, obwohl diese Gebiete eigentlich durch den hydrogeologischen Planungsplan (PAI) geschützt sein sollten. Doch für die kalabrischen Behörden kennt der Bau von Beton keine Grenzen, hydrogeologische Probleme erst recht nicht . Und Erdrutsche? Egal: Sie leben mit dem Risiko.
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