„Zu viel Besitz tötet die Lust“ (Nadia Olivero)

Ein Konsumpsychologe erklärt, warum übermäßiges Anhäufen von Gegenständen die Kreativität beeinträchtigt. Es macht nicht glücklich und lässt die Persönlichkeit verblassen.

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„Zu viel ist schlecht“, sagt ein altes italienisches Sprichwort. Schon Seneca vertrat die Ansicht, dass Reichtum nicht im Besitz von mehr, sondern im Verlangen nach weniger besteht. Von den philosophischen Spekulationen der römischen Ära bis zu den Studien der  Nadia Olivero, Konsumpsychologin und Lehrerin An der Universität Mailand-Bicocca sind mehrere Jahrhunderte vergangen. Doch das Thema ist nach wie vor hochaktuell.
Zu viel, Anhäufung über das Notwendige hinaus, Quelle AbfallEs entspringt auch dem Wunsch nach Identität. Je mehr Gegenstände ich besitze, je mehr trendige Symbole ich zur Schau stelle, desto mehr gehöre ich zu einer Minderheit von Menschen, die sich etabliert haben, die es geschafft haben.

Je mehr ich besitze, desto glücklicher bin ich.Der Teufelskreis beginnt mit dieser falschen Gleichung: Besitz, insbesondere übermäßiger Besitz, garantiert kein Glück. Im Gegenteil, im zwanghaften Streben nach etwas anderem riskieren wir, unglücklich zu werden. Und wenn das Streben nach Dingen kein Ende nimmt, bleibt das Glück unerreichbar.

IdentitätsverlustHorten ist der Versuch, die eigene Identität zu konstruieren, insbesondere bei Jugendlichen, die am anfälligsten für den Reiz von Marken sind. Sie wollen sich ein Gesicht geben. Da Konsum jedoch die ständige Schaffung neuer Angebote erfordert, besteht die Gefahr, ständig neuen Objekten hinterherzujagen und dabei nie eine eigene Identität zu entwickeln.

Ende des VerlangensVerlangen entsteht stets aus Mangel. Wer glaubt, alles zu haben, dessen Verlangen verfliegt. Es stirbt, bevor es überhaupt entstehen kann. Und ohne Verlangen kann Kreativität nicht reifen.

Ende der KreativitätWenn Mangel Verlangen erzeugt, ist es das Verlangen, das Kreativität anregt. Entdecken, erfinden, Fortschritte machen, wachsen. Eine ganze Kette wird durchbrochen mit „zu vielUnd so entsteht ein Gefühl der Frustration angesichts des Überflusses, den wir besitzen, und des Wenigen oder Nichtigen, wovon wir träumen. Oder uns auch nur vorstellen.

Die Wissenschaft der Psychologie  durch das einige Studien, erklärte das Phänomenhedonische AnpassungNach einer materiellen Verbesserung oder dem Erwerb eines lang ersehnten Gegenstands lässt die anfängliche Freude tendenziell nach, und was einst außergewöhnlich war, wird zur Normalität. Anders ausgedrückt: Mit unserem Besitz steigen auch unsere Erwartungen.

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