Warum Herzinfarkte morgens immer schwerwiegender sind

Zirkadiane Rhythmen, Blutdruckspitzen und einige hormonelle Faktoren spielen eine Rolle. Jüngste Forschungsergebnisse enthüllen zudem die entscheidende Bedeutung eines Proteins.

Warum Herzinfarkte morgens immer schwerwiegender sind

Ein Herzinfarkt, der morgens auftritt, ist immer schwerwiegender, da das Herz zu einem Zeitpunkt, an dem es besonders anfällig ist, einer plötzlichen Belastung ausgesetzt ist: Das Blut neigt eher zur Gerinnung, der Blutdruck ist höher und das Herz benötigt mehr Sauerstoff.

Mehrere Studien der letzten Jahre haben einen Häufigkeitsgipfel für Herzinfarkte zwischen 6:00 und 12:00 Uhr festgestellt , der bis zu dreimal höher ist als nachts. Physiologisch gesehen fällt dieser Zeitraum mit dem Aufwachen zusammen, wenn Blutdruck, Herzfrequenz und Sympathikotonus ansteigen, während die fibrinolytische Aktivität abnimmt, wodurch das Risiko für Blutgerinnsel steigt. Zudem erreichen bestimmte Hormone, wie beispielsweise Cortisol, morgens ihren Höchstwert, was die Entzündungsreaktion und die Blutgerinnung verstärkt.

Die wichtigste wissenschaftliche Erkenntnis, dass Herzinfarkte morgens zunehmend schwerwiegender verlaufen, stammt aus einer kürzlich in Nature veröffentlichten Studie. Diese mittlerweile gut belegte und bestätigte Statistik lässt sich durch die Wirkung zweier Proteine, BMAL1 und HIF2A, erklären, die in Wechselwirkung die Schwere von Herzinfarkten bestimmen . BMAL1 ist entscheidend für die Regulierung biologischer Prozesse wie Schlaf-Wach-Rhythmus, Stoffwechsel und Hormonausschüttung; HIF2A unterstützt den Körper bei der Anpassung an die verminderte Sauerstoffverfügbarkeit und damit an Hypoxie, indem es die Produktion roter Blutkörperchen anregt.

Die von Holger Eltzschig an der McGovern Medical School der University of Texas in Houston koordinierte Studie eröffnet wichtige Wege sowohl zur Identifizierung der wirksamsten Schocktherapien bei morgendlichen Herzinfarkten als auch zur Prävention. Es bleibt dabei: Das Herz muss stets durch gute Prävention geschützt werden, wie wir hier vorschlagen.

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Titelbild von Tumisu von Pixabay

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