Dürre: Spanien bekämpft sie mit Meerwasser

Die führende Region ist Katalonien. Zwölf Einrichtungen an der Costa Brava und eine große Einrichtung in Barcelona versorgen 500 Millionen Menschen.

Dürre in Spanien

Spanien ist in Europa eindeutig das Land, das im Kampf gegen die Dürre durch Meerwasserentsalzung am weitesten fortgeschritten ist. Tropische Temperaturen, immer längere Sommer und ausbleibende Niederschläge allesamt Folgen der Klimakrise – haben Katalonien dazu veranlasst, einen direkten Weg zur Bekämpfung der Wasserknappheit zu wählen: Entsalzungsanlagen, die über die gesamte Region verteilt sind. Allein an der Costa Brava befinden sich zwölf Anlagen im Bau, die 30 Prozent des Wasserbedarfs der Region decken können. In Barcelona ist Europas größte Entsalzungsanlage bereits seit einigen Jahren in Betrieb. Sie liegt in El Prat del Llobregat, wenige Kilometer von Barcelona entfernt, und lieferte 2023 33 Prozent des Trinkwassers für die gesamte Metropolregion der katalanischen Stadt mit fast 1,5 Millionen Einwohnern.

Diese Herausforderung birgt jedoch Schwierigkeiten, insbesondere aus Sicht der Kreislaufwirtschaft. Eine davon sind die Kosten, die stark vom Energieverbrauch abhängen. In Europa belaufen sich die geschätzten Kosten für die großtechnische Meerwasserentsalzung auf 1,60 bis 2,30 Euro pro Liter, verglichen mit Kosten von 0,09 bis 0,45 Cent pro Liter für Wasser aus künstlichen Flüssen. Das zweite Problem ist das Verschmutzungsrisiko. Bei der industriellen Meerwasserentsalzung entstehen Produktionsabfälle, die entsorgt werden müssen, um Umweltschäden am marinen Ökosystem zu verhindern. Auch diese Kosten beeinflussen die Versorgung mit entsalztem Wasser.

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