Ryanair: Vom Billigflieger zu einer der teuersten Fluggesellschaften der Welt

Jede Ausrede ist willkommen, um die Ticketkosten in die Höhe zu treiben. 70 Euro für ein kleines Handgepäckstück. 60 Euro für den Papier-Check-in am Flughafen. Und man zahlt auch noch extra dafür, neben dem jüngsten Kind sitzen zu dürfen.

Ryanair-Zusatzkosten 1

Ryanairs jüngste Ankündigungen zu neuen Ticketpreiserhöhungen und Zuschlägen lassen nur zwei Schlüsse zu: Jede Ausrede ist ihnen recht, um die Kunden auszuquetschen; die Airline ist längst keine Billigfluggesellschaft mehr, sondern eine der teuersten der Welt. Und das trotz zahlreicher Unannehmlichkeiten, die mit dem Reisen mit ihren Flugzeugen verbunden sind.

Die erste Erhöhung, eine kleine Abzocke, betrifft das Handgepäck: Es darf nur noch eine kleine Handtasche mit den Maßen 40 x 20 x 25 Zentimetern sein, die unter den Vordersitz passt. Wer mit einem normalen Handgepäckkoffer an Bord gehen muss, muss einen hohen Aufpreis zahlen, der mitunter sogar höher ist als der Ticketpreis. Wer mit einer Handtasche erscheint, die die zulässigen Maße überschreitet, muss 70 Euro Strafe zahlen.

Der Check-in erfolgt nun ausschließlich digital. Es reicht nicht mehr aus, 23 € für den Ausdruck der Bordkarte am Flughafen zu bezahlen. Wer nicht über die Website oder App der Fluggesellschaft eincheckt, muss eine zusätzliche Gebühr von 60 € entrichten. Zusammen mit den bisherigen 70 € ergibt sich so eine zusätzliche Gebühr von 130 € pro Ticket. Passagiere müssen mindestens 40 Minuten vor Abflug am Boarding-Schalter eintreffen; andernfalls kann die Gebühr, die zusätzlich zum Ticketpreis anfällt, bis zu 120 € betragen.

Zu den weiteren Annehmlichkeiten gehören: Priority Boarding, ein Sitzplatz neben einem Kleinkind und die Möglichkeit, den Sitzplatz selbst auszuwählen. Italien ist ein Schlüsselmarkt für Ryanair. Im Jahr 2024 beförderte Ryanair über 60 Millionen Passagiere in Italien und festigte damit seine Position als führende Fluggesellschaft des Landes. Weltweit erzielte Ryanair im Jahr 2024 einen Passagierrekord mit 197,2 Millionen beförderten Passagieren. Ladefaktor Die Auslastung der Flugzeuge liegt effektiv bei 94 %. Man sollte nicht vergessen – und das ist ein eher undurchsichtiger Punkt –, dass Ryanair aufgrund seiner Einstufung als Billigfluggesellschaft Subventionen, Start- und Landerechte und eine marktbeherrschende Stellung an einigen kleineren Flughäfen erhält. Das heißt, das Unternehmen ermöglicht Reisenden, Geld zu sparen und bedient dank sehr niedriger Preise Strecken, die andere Fluggesellschaften nicht anfliegen würden. All diese Vorteile würden wegfallen, wenn Ryanair noch teurer würde als die Konkurrenz.

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