Die Frage mag trivial erscheinen, doch sie führt zu vielen Antworten, die uns etwas über die Veränderungen verraten, die unser Planet im Laufe seiner langen Geschichte durchgemacht hat: Warum ist Meerwasser salzig (etwa 35 Gramm Salz, hauptsächlich Natriumchlorid, pro Kilogramm Wasser)? Einfacher ausgedrückt: Warum schmeckt das Wasser, das wir im Urlaub trinken, so ähnlich wie das Wasser, in das wir am Ende des Kochens Salz zu unseren Nudeln geben?
Alles begann vor vier Milliarden Jahren, als die ersten sintflutartigen Regenfälle Wasser in Senken der Erdkruste ablagerten und so die ersten Meere bildeten (die Ozeane sind etwa 3,8 Milliarden Jahre alt). Diese waren mit Sicherheit nicht mit den heutigen Meeren vergleichbar. Laut dem National Ocean Service waren die ersten Meere beispielsweise nur leicht salzig, und die Salzkonzentration nahm mit der Zeit zu. Eine Milliarde Jahre später verstärkte sich dieses Phänomen, und damit sind wir zur Antwort auf die Ausgangsfrage gelangt: Meerwasser ist salzig, weil Regenwasser die Salze aus dem Gestein löst und ins Meer transportiert. Ähnlich wie wir, um bei der kulinarischen Metapher zu bleiben, nach dem Kochen Salz ins Nudelwasser geben.
Aber nicht alle Meere sind gleich salzig. Erstens steigt die Salzkonzentration mit zunehmender Temperatur. Das lässt sich wissenschaftlich leicht erklären: Höhere Temperaturen führen zu stärkerer Wasserverdunstung und damit zu einem höheren Salzgehalt. Dann gibt es Meere wie das Tote Meer, in denen der Salzgehalt bis zu zehnmal höher als normal sein kann, mit Spitzenwerten um die 35 %. Dort ist die Dichte so hoch, dass man nicht schwimmen muss, um über Wasser zu bleiben, denn je dichter das Wasser ist, desto höher ist sein Auftrieb. Selbst unser Mittelmeer hat einen relativ höheren Salzgehalt als der globale Durchschnitt (38 Gramm Salz pro Liter Meerwasser): Das liegt daran, dass es ein nahezu geschlossenes Becken ist und kaum mit den weniger salzigen Ozeangewässern in Kontakt kommt.
Was den Ursprung des Wassers auf der Erde betrifft, existieren derzeit nur mehr oder weniger fundierte Theorien darüber, wie sich Wasser in den letzten 4,6 Milliarden Jahren in ausreichenden Mengen auf der Erdoberfläche angesammelt haben könnte, um die Ozeane zu bilden (die nach Einschätzung der meisten Experten etwa 3,8 Milliarden Jahre alt sind). Kurz gesagt, Wasser könnte zwei Ursprünge haben: interplanetarischen und extraplanetarischen. Im ersten Fall entsteht Wasser durch die fortschreitende Abkühlung des Planeten, wodurch Gase kondensieren und der erste Regen entsteht; im zweiten Fall durch den Einschlag eines oder mehrerer wasserhaltiger Meteoriten. Beide Hypothesen enthalten wahrscheinlich einen wahren Kern.
Zum Schluss noch eine Kuriosität: Obwohl Meerwasser so salzig ist wie Nudelwasser, können wir es nicht trinken. Unser Körper hält den Salzgehalt im Blut tatsächlich bei etwa 0,9 %. Wasser zu trinken, das viermal so salzig ist wie das im menschlichen Körper, würde dessen Wasserhaushalt und die Funktion der Organe beeinträchtigen. Im Toten Meer ist die Dichte des Wassers so hoch, dass man nicht einmal schwimmen muss, um zu treiben. Man kann Zeitung lesen oder an einem Getränk nippen, als läge man auf einem Liegestuhl.
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