Michele Croce ist fünfzehn Jahre alt und hat ein Lächeln, das jeden, dem er begegnet, ansteckt. Der Schüler des Beccaria-Gymnasiums in Mailand kann aufgrund einer Osteogenese leider nicht laufen und ist auf einen Rollstuhl angewiesen., eine seltene genetische Erkrankung was das Knochengewebe betrifft und die Knochen zerbrechlich und bruchanfällig.
Seine größte Leidenschaft galt schon immer dem Fußball. Würde es ihn entmutigen, nicht mehr so spielen zu können wie früher? Manche hätten vielleicht aufgegeben, doch Michele fand einen anderen Weg, dem Fußball verbunden zu bleiben: Er wurde Schiedsrichter. Nicht irgendein Schiedsrichter, sondern einer, der seinen Rollstuhl überall auf dem Spielfeld dabei hat und seine Pfeife stets griffbereit hält. Möglich wurde dies durch die Disziplin und die therapeutische Arbeit von William Zardo, einem Physiologen am Nationalen Krebsinstitut in Mailand.
Anfangs war es nicht einfach. Manche Trainer und Spieler blickten ihn überrascht an, andere skeptisch: „Aber wie soll man da das Spiel verfolgen?“ Michele antwortete mit einem Lächeln und stiller Entschlossenheit. Er studierte jede Bewegung, jede Regel, trainierte seine Beweglichkeit im Rollstuhl und lernte, sich schnell zu bewegen und das Spielfeld aus einer einzigartigen Perspektive zu betrachten.
Mit der Zeit und dank der Unterstützung seiner Eltern, insbesondere seines Vaters Rodolfo und seiner zwölfjährigen Schwester Arianna, wuchs Micheles Ansehen parallel zu seinen Leistungen. Die Kinder in den Mannschaften respektierten ihn nicht nur, weil er die Regeln perfekt kannte, sondern auch, weil er verstand, was es heißt, Herausforderungen zu begegnen, ohne aufzugeben. Michele wurde Teil des Spiels – nicht als Zuschauer, sondern als Mentor und Hüter der Fairness.
Eines Tages, während eines wichtigen Spiels, stürzte ein gegnerischer Stürmer in seiner Nähe und rief: „Du weißt gar nicht, wie es sich anfühlt, so zu rennen!“ Michele ging behutsam auf ihn zu, half ihm auf und sagte: „Nein, aber ich weiß, was es heißt, sich einer Herausforderung zu stellen. Und Respekt braucht keine Beine, sondern nur ein Herz.“
Dieser Moment wurde zum Symbol seiner Philosophie: Egal wie man geht oder läuft, was zählt, sind Leidenschaft, Hingabe und Mut, ungeachtet aller Herausforderungen, ohne einen einzigen Augenblick seines Lebens zu vergeuden.
Titelbildquelle: La Gazzetta dello Sport
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