Die Sprache der Delfine ist faszinierend und wird zunehmend weniger geheimnisvoll, da die wissenschaftliche Forschung sie immer besser entschlüsselt und ihre Ähnlichkeiten zur menschlichen Sprache erforscht.
Delfine besitzen eine eigene Klangfarbe, eine bestimmte Dauer für jedes Wort, ein Klangspektrum und eine Frequenz, wobei der Pfiff das Herzstück ihrer Sprache bildet. Jeder Delfin hat seinen eigenen Pfiff, der zugleich sein Name und somit seine Identität ist.
Im Gegensatz zu Menschen sind Delfine zudem sehr höflich: Sie schreien nicht, überlagern ihre Stimmen nicht und unterbrechen einander nicht, bevor der andere ausgeredet hat, wie detaillierte Forschungen des russischen Karadag-Naturreservatsinstituts bestätigen. Dies ist einer der stärksten wissenschaftlichen Belege dafür, dass Delfine hohe Intelligenz mit ausgezeichneten Sprachfähigkeiten verbinden.
Die Forschung konzentrierte sich auf zwei Delfine, Yasha und Yana. Diese Schwarzmeerwale haben gezeigt, dass die Delfinsprache der menschlichen sehr ähnlich ist. Wie wir hören sie zuerst zu und antworten dann. Sie erheben ihre Stimmen, wenn sie etwas betonen möchten. Sie verbinden Wörter zu Sätzen.
Die Kommunikation unter Delfinen dient verschiedenen Zwecken, darunter dem Artenschutz und vor allem dem Schutz der Weibchen. Männliche Große Tümmler, eine der am weitesten verbreiteten Delfinarten der Welt, versammeln sich in Gruppen von vier oder fünf Tieren, tauschen nützliche Informationen aus und warnen sich gegenseitig vor Gefahren für die Weibchen. Wie machen sie das? Mit ihrem eigenen „Alphabet“, einer Abfolge von Klicklauten, die zwei- bis 49-mal wiederholt werden und mit der sie ihre Sätze bilden. Darüber hinaus besitzt jeder Delfin seinen eigenen „Pfeifton“, der wie ein menschlicher Name funktioniert und jedes Individuum von den anderen unterscheidet.
Und gerade durch die Erforschung der Pfiffkommunikation von Delfinen hat sich eine wichtige neue Erkenntnis über die Bedeutung dieser Laute ergeben. Eine Forschergruppe unter der Leitung von Laela Sayigh vom Wood Hole Oceanographic Institute in Florida gewann mit ihrer Studie 100 US-Dollar im Rahmen der Coller Dolittle Challenge für die beste Forschung zur Tierkommunikation. Die amerikanischen Wissenschaftler entdeckten dabei zwei spezifische Bedeutungen für zwei verschiedene Pfiffarten. Die erste ist eine Art Alarmsignal, mit dem Delfine andere warnen und sie aufgrund einer drohenden Gefahr zum Rückzug auffordern. Die zweite hingegen gleicht fast einer Frage, mit der ein Delfin nach einer Erklärung für etwas Unbekanntes sucht. Man könnte sagen, es handelt sich um zwei universelle Pfiffe in der Delfinsprache, deren Vokabular uns Menschen immer vertrauter wird.
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