Glücklicherweise gibt es in Italien nicht nur zahlreiche Fälle von Frauen, die aufgrund ihrer ungewollten Kinderwunsches zur Kündigung gezwungen wurden. Unternehmen schlagen vielmehr den entgegengesetzten Weg ein und unterstützen Mutterschaft auf vielfältige Weise.
Große Konzerne wie L'Oréal Italia, Unicredit, Ferrero und TIM bieten großzügige Elternzeitregelungen für beide Elternteile. Andere Konzerne, wie Barilla, Banca Sella und BMW Italia, ermöglichen Müttern flexible Arbeitszeiten. Besonders bemerkenswerte Beispiele finden sich jedoch im Mittelstand, etwa bei Brazzale, einem 1784 gegründeten und zu den ältesten Molkereien Italiens zählenden Unternehmen in der Region Vicenza. Brazzale gewährt jedem Mitarbeiter mit Kind einen zusätzlichen durchschnittlichen monatlichen Nettolohn, um die anfänglichen Kosten für die Familie zu decken. Diese Regelung gilt auch für die Mitarbeiter des Unternehmens in Litovel (Tschechische Republik), wo die Gruppe insgesamt 19 Filialen betreibt.
Roberto Brazzale, ein Fünfzigjähriger aus Vicenza, ist ein mutiger Unternehmer. Angesichts der sinkenden Geburtenrate in Italien, die uns alle betrifft – Männer und Frauen, Familien und Singles –, hat er das Einfachste und gleichzeitig Wirksamste getan: Er hat aus eigener Tasche einen Firmen-Babybonus von 1.500 Euro eingeführt. Wie auch bei der Kinderbetreuung und der Unterstützung von Frauen erweisen sich private Unternehmen in manchen Fällen als effektiver und konkreter als Staat, Parlament oder Regierung. Sie setzen Maßstäbe und ebnen, wie in vielen europäischen Ländern, den Weg, die Geburtenrate zu steigern und die enorme Verschwendung in unserem Land zu bekämpfen, wo Kinderkriegen immer komplizierter wird. Stellen Sie sich vor, was geschehen könnte, wenn Brazzales Initiative von anderen kleinen und mittelständischen italienischen Unternehmern nachgeahmt würde: Der Firmen-Babybonus könnte unseren Lebensstil revolutionieren.
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