Hiroshi Amano erlangte in ganz Japan Berühmtheit, weil es ihm in einer Gegend, die für einen Umweltskandal Ende der 1960er Jahre bekannt war, gelang, einen einzigartigen, vollständig biologischen Tee ohne den Einsatz von Chemikalien herzustellen.
Wir befinden uns in Minamata, dem Geburtsort von Amano (1975), als die Folgen der „Minamata-Krankheit“ noch deutlich spürbar waren: Zwischen 1932 und 1966 leitete das Petrochemieunternehmen Chisso methylquecksilberhaltiges Wasser in das Shiranui-Meer und verseuchte so die gesamte Region mit einer sich stetig verschlimmernden Quecksilbervergiftung. Alle Betroffenen litten unter schweren Symptomen wie Sprachstörungen und Koordinationsverlust. Nach seinem Agrarstudium in Kumamoto übernahm Amano die Leitung des Familienunternehmens Aumano Seicha, das sich auf die Herstellung von chemikalienfreiem Tee spezialisiert hat.
In Japan ist der Einsatz von Chemikalien bei der Teeproduktion und -verarbeitung sehr weit verbreitet: Um den intensiven und süßen Geschmack zu erzielen, der typisch für edle Teesorten wie Matcha oder Gyokuro ist, verwenden die Anbauer große Mengen davon. Düngemittel Stickstoffhaltige Chemikalien. Diese beschleunigen die Produktion von Aminosäuren (Theanin) in den Blättern, was ihnen eine leuchtend grüne Farbe und einen "Umami"-Geschmack verleiht, der mit organischen Düngemitteln allein, die viel langsamer wirken, nur schwer zu erreichen ist.
Teepflanzen in Japan, insbesondere die am weitesten verbreitete Sorte namens YabukitaSie sind sehr anfällig für Schädlinge und Krankheiten. In den wärmeren, feuchteren Ebenen, wo die industrielle Produktion konzentriert ist, ist die Verwendung von Neonicotinoid-Insektizide Um hohe und gleichbleibende Erträge zu erzielen, ist es üblich, auf Qualität zu achten. Das Ergebnis: Nur 5 Prozent des in Japan produzierten Tees weisen authentische Bio-Eigenschaften auf.
Amano hat es trotz seines Tätigkeitsschwerpunkts in einem Gebiet, das weltweit als Epizentrum einer Umweltkatastrophe bekannt ist, geschafft, die gängigen Vorstellungen zu verändern. Der gesamte Tee seines Unternehmens wird aus Pflanzen hergestellt, die nie mit chemischen Düngemitteln oder Pestiziden in Berührung gekommen sind.
Und nicht nur das. Amanos neueste Entdeckung ist ein Bergtee namens yamacha, Dieser Tee wird aus wild wachsenden Teebäumen der umliegenden Wälder hergestellt. Diese Bäume stammen vermutlich von Pflanzen ab, die bereits im Mittelalter zur Teegewinnung genutzt wurden, später aber in Vergessenheit gerieten. Dieser wild wachsende Tee zeichnet sich durch sein einzigartiges Aroma aus und gilt als einer der nachhaltigsten und natürlichsten Tees der Welt.
Titelbild von Tampura News.
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