Recht auf Reparatur: Bei 96 Prozent der Haushaltsgeräte funktioniert das nicht.

Schlupflöcher in den europäischen Normen. Ersatzteile sind überteuert. Desktop-Computer und Notebooks sind nicht abgedeckt. Eine große Erfolgsgeschichte für Verbraucher droht zu verschwinden.

Reparatur von Haushaltsgeräten

Es droht, sich zu einem gigantischen Bluff zu entwickeln. Recht zu reparieren eingeführt durch europäische Gesetzgebung im Juli 2024 mit der Verpflichtung, bis 2026 in nationales Recht der Mitgliedstaaten umgesetzt zu werden. Eine Feldstudie, die von einem europäischen Netzwerk von Verbänden durchgeführt wurde, Open Repair Alliance, präsentiert sehr entmutigende Ergebnisse: 96 Prozent der untersuchten Produkte, insbesondere Haushaltsgeräte und technische Geräte, sind nicht durch das Recht auf Reparatur aus technischen Gründen abgedeckt. 

Es gibt mehrere Probleme, die ein historisches Gesetz im Interesse der Verbraucher und des Umweltschutzes zu untergraben drohen. Erstens gelten die Regeln nur für Geräte und technologische Produkte, die nach Inkrafttreten des europäischen Rechts gekauft wurden. Zweitens sind einige weit verbreitete elektronische Geräte, wie Desktop-Computer und sogar Notebooks, nicht in den Bestimmungen enthalten. Dasselbe gilt für Haartrockner und Videospiele.

Zudem sind Ersatzteile stets überteuert, was Verbraucher von Reparaturen abhält. Sollte das Recht auf Reparatur scheitern, würden Verbraucher letztlich erhebliche wirtschaftliche Schäden erleiden, und die Umwelt müsste weiterhin die enormen Mengen an Elektroschrott ertragen (allein in Italien 5 Millionen Tonnen pro Jahr). Auch die europäischen Institutionen, das Parlament und die Kommission, würden erheblichen Schaden erleiden und einen Großteil ihrer Glaubwürdigkeit einbüßen. 

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