Silvia Vivoli, eine Florentinerin, hatte Brustkrebs überstanden. Nach jahrelanger Rehabilitation und psychologischer Betreuung beschloss sie, an einem Segeltherapie-Wochenende teilzunehmen. Sie teilte sich ein Boot mit anderen Frauen, die ähnliche Erfahrungen gemacht hatten. Segeln bedeutete für sie mehr als nur das Erlernen des Segelns: Die Erfahrung erforderte Zusammenarbeit, gegenseitiges Vertrauen und die Fähigkeit, sich an die Bedingungen auf See anzupassen.
Silvia sagte, diese Erfahrung habe ihr eine neue Sichtweise auf die Krankheit eröffnet. Das Segeln habe sie gelehrt, ihre eigenen Fähigkeiten wertzuschätzen, nichts als selbstverständlich anzusehen und Unsicherheit mit größerer Gelassenheit zu begegnen. Sie betonte auch die Bedeutung der Gemeinschaft: Der Austausch von Ängsten, Hoffnungen und persönlichen Geschichten mit anderen in einer ähnlichen Situation habe ihr geholfen, sich weniger allein zu fühlen. Am Ende der Reise sei sie „verändert“, stärker und bewusster nach Hause zurückgekehrt.
Aus Erfahrungen wie der von Silvia entstand das Projekt im Jahr 2025. Verschleierung, eine nationale Initiative von Segeltherapie Die Veranstaltung, die vom Ministerium für Menschen mit Behinderungen in Zusammenarbeit mit der italienischen Marineliga und dem italienischen Segelverband initiiert wurde, hat zum Ziel, Segeln als Instrument zur sozialen Inklusion, zum Wohlbefinden und zur Entwicklung der Unabhängigkeit von Menschen mit Behinderungen einzusetzen.
Das Projekt richtet sich an Menschen mit motorischen, kognitiven und sensorischen Beeinträchtigungen sowie an Menschen mit neurodegenerativen oder onkologischen Erkrankungen. Durch Aktivitäten auf See, Schulungen und wissenschaftliche Begleitung untersucht Velando die Auswirkungen des Segelns auf Lebensqualität, soziale Beziehungen, Selbstwertgefühl und persönliche Autonomie. Im Jahr 2026 nahmen rund 300 Personen in 27 italienischen Städten an Velando teil, unterstützt von Dutzenden von Ausbildern und Skippern.
Aber warum funktioniert Segeltherapie?
Segeln ist eine besondere Aktivität, weil sie mehrere Elemente gleichzeitig vereint:
- Coinvolgimento attivo: Jede Person an Bord kann eine konkrete Rolle übernehmen, unabhängig vom Erfahrungsstand.
- Zusammenarbeit: Ein Boot funktioniert am besten, wenn die Besatzung zusammenarbeitet und miteinander kommuniziert.
- Klare und unmittelbare Ziele: Das Trimmen eines Segels, das Einhalten eines Kurses oder das Ausführen eines Manövers liefert konkretes Feedback zu Ihren Ergebnissen.
- Kontakt mit der Natur: Das Meer, der Wind und die frische Luft können zur Entspannung und zum Stressabbau beitragen.
- Autonomieerfahrung: Das Ausführen realer Aufgaben und das Übernehmen von Verantwortung stärkt das Gefühl für die eigenen Fähigkeiten.
Viele Teilnehmer berichten von einer Reihe psychologischer Vorteile, die mit körperlicher Aktivität einhergehen:
- Zunahme derWertschätzung;
- größeres Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten;
- Reduzierung vonAngst und wahrgenommener Stress;
- verbesserte Stimmung;
- größeres Gefühl der Selbstwirksamkeit.
Wenn es einem Menschen gelingt, eine Aufgabe zu bewältigen, die ihm anfangs schwierig erschien, entwickelt er oft auch in anderen Lebensbereichen ein größeres Selbstvertrauen.
Das Leben an Bord erfordert ständige Zusammenarbeit. Daher kann Segeltherapie auch Folgendes fördern:
- Kommunikation und Zuhören;
- Teamfähigkeit;
- Aufbau sinnvoller Beziehungen;
- Zugehörigkeitsgefühl;
- soziale Inklusion.
Das Programm entstand auch aus einer Rippe von Velando. bereit a Segel setzen, als Pilotstudie des Rizzoli Orthopädischen Instituts in Zusammenarbeit mit Marinando ODV und mit Unterstützung von UNIAMO-FIMR. Die Idee ist zu überprüfen, ob das Segel als eine Form von Beschäftigungstherapie(Therapie durch praktische und sinnvolle Aktivitäten) für junge Menschen mit seltenen Skeletterkrankungen. An der Studie nahmen acht Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren aus verschiedenen italienischen Regionen teil, von denen viele noch nie zuvor gesegelt waren. Während einer Woche an Bord von Booten im Hafen von Marina di Ravenna wurden die Teilnehmer von Ärzten, Therapeuten, Psychologen, Segellehrern und Freiwilligen betreut. Luca Sangiorgi, Leiter der Abteilung für seltene Skeletterkrankungen am Rizzoli-Krankenhaus, erklärt: „Bereits nach vier Tagen Segeltherapie zeigten unsere Sensoren deutliche Verbesserungen bei allen Teilnehmern, insbesondere im Gleichgewicht. Auch der Spaß spielte eine Rolle, und nun arbeiten wir an der Entwicklung eines Protokolls, um alle Vorteile der Segeltherapie zugänglich zu machen.“
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