Ehemalige Postboten fordern von der Post die Bezahlung von Überstunden.

Alles begann mit der Geschichte von Carmine Pascale, der sich an die Arbeitsinspektion wenden musste, um das zu bekommen, worauf er Anspruch hatte.

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Carmine Pascale ein ehemaliger prekär Beschäftigter Italienische Post, Ursprünglich aus Montella in der Provinz Avellino. Wie bei vielen anderen dauerte seine berufliche Laufbahn bei einem der wichtigsten Unternehmen des Landes nur wenige Monate. Dann war sie vorbei. Und Carmine wurde zu einer Nummer unter vielen.

Die italienische Post zahlt keine Überstunden.

Doch der paradoxeste Teil der Geschichte ist nicht die übliche Geschichte von prekären Arbeitsverhältnissen, die sich leider unglaublich häufig wiederholt. Hier ist die Situation weitaus ernster. In den wenigen Monaten, in denen Carmine als Lieferjunge arbeitete bei Post in Bezirk Prato-PistoiaTatsächlich hatte der junge Mann mehrere Überstunden geleistet, fast hundert. Und er wurde nie bezahlt. Als er die Firma bat, seine Stundenzettel zu überprüfen, erhielt er keine Antwort. Daraufhin wandte er sich an den Anwalt Rocco Bruno und ging direkt zum Provinzialamt von Prato und Pistoia, um seine Rechte durchzusetzen. Dort erging schließlich ein Urteil (vom 9. März 2023), das die Begründungen der italienischen Post (Poste Italiane) vollständig zurückwies (und sogar den Versuch einer gütlichen Einigung) und Carmine die Vergütung für die geleisteten Überstunden zusprach.

Der ehemalige Lieferjunge erzählte uns auch seine Geschichte bei Verschwende nicht, Nachdem ein Brief im Posteingang der Redaktion eingegangen war, hatte er das Thema zuvor in den sozialen Medien angesprochen. Dabei kam ein weiterer wichtiger Punkt ans Licht: Viele berichteten von ähnlichen Erfahrungen mit der italienischen Post und meldeten zudem die veralteten und gefährlichen Lieferfahrzeuge. Darüber hinaus war das Unternehmen bereits vor einigen Jahren wegen eines vergleichbaren Vorfalls zur Zahlung von Überstundenvergütung verurteilt worden, die es jedoch nicht geleistet hatte. Selbstverständlich handelt es sich hier nicht um ein privates Unternehmen, sondern um eines, an dem der Staat, genauer gesagt die Regierung, faktisch die Hauptanteilseignerrolle innehat. Und diese sollten sich nicht erst dann zu Wort melden, wenn es um Personalentscheidungen geht!

POSTKOLLEKTION LASST UNS GEMEINSAM KÄMPFEN

Der Fall Carmine Pascale hat sich rasant verbreitet und bereitet der italienischen Post (Poste Italiane) erhebliche Probleme. Das Unternehmen ist es gewohnt, in Bezug auf seine Beziehungen zu den Mitarbeitern – sowohl Festangestellten als auch Zeitarbeitern – weitgehend unbehelligt zu bleiben. Rund 500 Zeitarbeiter haben sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen. Lasst uns gemeinsam kämpfen Die Gewerkschaft fordert unter anderem durch Straßenproteste einen Einstellungsstopp für 9.320 ehemalige Zeitarbeiter, die auf eine Festanstellung warten. Gleichzeitig wurden in Triest, Foggia, Neapel und anderen italienischen Städten Beschwerden bei der Arbeitsinspektion gegen Poste Italiane wegen unbezahlter Überstunden von Zustellern eingereicht.

Die Gewerkschaft SLG-CUB Poste fordert eine Untersuchung aller Zeitarbeiter bei Poste.

Auch die Gewerkschaft wird aktiv. Die Gewerkschaft SLG-CUB Poste hat das Arbeitsministerium, die Nationale Arbeitsinspektion, INPS und INAIL aufgefordert, eine landesweite Umfrage durchzuführen, um genau zu ermitteln, wie viele Zeitarbeiter ohne Überstundenvergütung arbeiten und wie hoch ihre Löhne sind. Ziel ist es, herauszufinden, wie viele sich in der Situation von Carmine Pascale befinden.

POST ITALIANE: WAS SIE WISSEN MÜSSEN

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