Superleicht, aktiv, spendet Feuchtigkeit für die Haut und reinigt den Körper. Ein wahres „Gesundheitswasser“. Hört man Michelle Hunzikers verführerische Stimme in einem Acqua-Rocchetta-Werbespot, der auf allen öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsendern läuft, könnte man fast meinen, es handle sich um ein „Wunderwasser“.
Aber es stimmt alles.Und noch einmal: Stimmt es, dass Acqua Rocchetta in jüngster Zeit mehrfach von Werbeaufsichtsbehörden und auch von der italienischen Wettbewerbsbehörde gerügt wurde? Lebensmittelfakten In einer sehr detaillierten Beschwerde warnt das Unternehmen vor diesen Werbeaussagen, da sie gegen die Werbevorschriften verstoßen. Laut diesen Vorschriften ist es nicht zulässig, Mineralwasser ohne wissenschaftliche Belege und behördliche Genehmigung gesundheitsfördernde Eigenschaften zuzuschreiben. Diese Voraussetzungen liegen im Fall von Rocchetta-Wasser nicht vor. Was die Behauptung betrifft, „superleicht“ zu sein: Rocchetta weist tatsächlich einen Mineralstoffgehalt von 178 mg/l auf – ein Wert, der viel zu hoch ist, um als mineralarm und somit als „leicht“ eingestuft zu werden. Solche Wässer haben einen Mineralstoffgehalt von unter 50 mg/l und werden üblicherweise ausdrücklich als „leicht“ gekennzeichnet.
Selbst der Ausdruck „gesundes Wasser“, Wie der Kontrollausschuss des IAP (Institut für Werbeselbstregulierung), der unabhängigen Aufsichtsbehörde für die Anwendung des italienischen Werbeselbstregulierungskodex, bereits berichtet hat, könnte die Aussage Verbraucher irreführen, da sie keine wissenschaftliche Untermauerung aufweist. Die von der Showgirl mit äußerster Professionalität geäußerten Worte („Es reinigt mich“) sind schlichtweg falsch, da Mineralwasser den Körper nicht direkt reinigt, sondern zur Flüssigkeitszufuhr und einer normalen Nierenfunktion beiträgt. Mineralwasser kann die natürlichen Entgiftungsprozesse der Nieren fördern, insbesondere wenn es natriumarm ist und einen geringen Gehalt an festen Reststoffen aufweist. Es besitzt jedoch keine reinigenden Eigenschaften im medizinischen Sinne.
Aufgrund dieser Einwände forderte Il Fatto Alimentare den Kontrollausschuss des Instituts für Werbe-Selbstdisziplin auf, die Werbung unverzüglich zu zensieren, und erinnerte an die wiederholten Verstöße von Acqua Rocchetta, gegen die in der Vergangenheit bereits acht Urteile und einstweilige Verfügungen ergangen waren.
Die bisherigen Präzedenzfälle sprechen nicht für CoGeDi International, das Unternehmen hinter der Marke Rocchetta. Das Mineralwasser war bereits mehrfach Ziel unlauterer Werbung. Im Januar 2025 erließ der Kontrollausschuss der IAP die Verfügung Nr. 1/2025, da eine Werbung den Konsum von Rocchetta-Wasser direkt mit der Vorbeugung von Nierensteinen in Verbindung brachte, ohne dafür ausreichende Beweise vorzulegen. Im Juli 2022 wurde eine weitere Verfügung (Nr. 21/2022) gegen CoGeDi International SpA erlassen. Diese betraf eine Aussage, die Rocchetta-Wasser hautschützende Eigenschaften gegen freie Radikale zuschrieb und sich dabei auf eine vom Ausschuss als unzureichend bewertete wissenschaftliche Studie stützte. Bereits 2004 hatte die italienische Wettbewerbsbehörde (AGCM) CoGeDi International SpA wegen irreführender Werbung für Rocchetta-Wasser mit einer Geldbuße belegt. Trotz wiederholter Zensur setzte das Unternehmen seine Werbung fort und zog weitere Maßnahmen der zuständigen Behörden nach sich.
Foto aus dem Werbespot „Acqua Rocchetta“.
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