In Werbeversprechen, in sozialen Medien, im alltäglichen Sprachgebrauch und leider manchmal sogar auf Etiketten liest man, dass ein bestimmtes Mineralwasser „die Verdauung fördert“ oder „die Verdauung verbessert“. Das stimmt nicht. Es gibt kein Mineralwasser mit diesen angeblichen Wunderwirkungen. Und es gibt keine gesicherten wissenschaftlichen Beweise dafür, dass Mineralwasser eine direkte und garantierte Wirkung auf die Verdauung hat.
Wenn überhaupt, dann sind die Gewässer reich an Magnesium Sulfate können die Darmtätigkeit leicht fördern, während solche mit einem höheren Bicarbonatgehalt die Magensäure teilweise abschwächen können; all dies hat jedoch keinen Einfluss auf die Verdauung.
Die Botschaft, dass Wasser die Verdauung fördert, ist dennoch überzeugend und leicht verständlich. Viele Menschen suchen nach einer üppigen Mahlzeit nach etwas, das ihnen guttut; wird Wasser mit diesem Moment des Konsums in Verbindung gebracht, lässt es sich leichter von anderen Getränken unterscheiden.
Darüber hinaus ist der Mineralwassersektor extrem ertragreich, aber auch hart umkämpft. Chemisch gesehen ähneln sich viele Wässer, daher suchen die Hersteller nach charakteristischen Merkmalen: „leicht“, „reich an …“ Fußball„Natriumarm“, „harntreibend“ (sofern zulässig), „verdauungsfördernd“ – diese Angaben helfen Verbrauchern bei der Kaufentscheidung, können sie aber gleichzeitig irreführen. In der Europäischen Union unterliegen Angaben zu natürlichen Mineralwässern zwar spezifischen Regeln, diese sind jedoch im Hinblick auf Wasser, das die Verdauung fördert, sehr weit gefasst. Ein Wasser darf bestimmte Angaben zu seiner Zusammensetzung (z. B. zum Mineralstoffgehalt) tragen, darf sich aber nicht als Heilmittel präsentieren oder unzulässige therapeutische Eigenschaften beanspruchen. Im Allgemeinen wird der Begriff „verdauungsfördernd“ mit all seinen Varianten („unterstützt die Verdauung“, „ausgezeichnet für die Verdauung“, „hilft der Verdauung“) toleriert, wenn er als solches verwendet wird. traditionelle oder kommerzielle Beschreibung.
Andererseits sprechen wir von einem potenziell gigantischen Markt. Wenn wir uns auf den funktionelle Dyspepsie (d. h. wiederkehrende Verdauungsbeschwerden ohne erkennbare organische Ursache, mit Symptomen wie Völlegefühl nach dem Essen, frühem Sättigungsgefühl, Schmerzen oder Brennen im Oberbauch), italienische Studien schätzen die Prävalenz auf etwa 10-12 % der erwachsenen Bevölkerung.
Eine neuere Studie des Rom-StiftungEine Studie, die sich mit den Störungen der Darm-Hirn-Achse befasst (nicht nur Dyspepsie, sondern auch funktionelle Verstopfung, Reizdarmsyndrom und andere funktionelle Magen-Darm-Erkrankungen), kam zu dem Ergebnis, dass 44,2 % der italienischen Erwachsenen erfüllt die Kriterien für mindestens eine dieser Störungen. Innerhalb dieser Gruppe: Funktionelle Dyspepsie betrifft etwa 9,1 % der Menschen. Etwa jeder Zehnte leidet regelmäßig unter Verdauungsbeschwerden und viele andere verspüren nach dem Essen ein Völlegefühl. Daher trifft eine Aussage wie „fördert die Verdauung“ einen Nerv, auch wenn die wissenschaftliche Evidenz für die spezifische Wirkung von Wasser begrenzt ist. Anders ausgedrückt: Es handelt sich um eine Behauptung, die ein Problem anspricht, das Millionen von Verbrauchern wahrnehmen, unabhängig davon, ob Wasser einen klinisch relevanten Einfluss auf die Verdauung hat.
Zur Verdeutlichung: Eine kleine Änderung im Wortlaut würde genügen, um eine wissenschaftlich präzisere und verbraucherfreundlichere Formulierung zu erreichen. Ein Satz wie:„Bicarbonat-Mineralwasser, das traditionell zu den Mahlzeiten getrunken wird“ mehr als „Wasser, das die Verdauung fördert“.
Lesen Sie auch:
- Wie man Mineralwasseretiketten liest
- Wie man Mineralwasser auswählt
- Wie viel Mineralwasser gekauft wird: eine Million Flaschen pro Minute
Möchten Sie eine Auswahl unserer Nachrichten sehen?
- Abonnieren Sie unseren Newsletter klicken Sie hier;
- Wir sind auch dabei Google NewsAktivieren Sie den Stern, um uns zu Ihren bevorzugten Quellen hinzuzufügen;
- Folgen Sie uns auf Facebook, Instagram e Pinterest.

