Der Alarm kommt von ANBI, dem nationalen Verband der italienischen Konsortien für Landgewinnung und Bewässerung, der sich auf Erkenntnisse des CNR (Nationaler Forschungsrat) beruft: Im vergangenen Jahr ist Trentino-Südtirol zur trockensten Region Italiens geworden, wobei 12 Prozent ihres Territoriums den höchsten Anteil an schwerer bis extremer Dürre aufweisen.
Das Phänomen ist auf eine Reihe von Faktoren zurückzuführen, die zu gefährlichen Bedingungen für die Landwirtschaft in Trentino-Südtirol beitragen. Erstens sinken die Temperaturen, und es kommt oberhalb von 1.500 Metern in den Alpen und im Apennin zu Spätfrösten und Schneefällen. Zweitens verhindert die rasche Schneeschmelze eine nachhaltige Wasserversorgung für die Sommerbewässerung. Während das nationale Defizit an Schneereserven aufgrund der Klimakrise 48 Prozent betrug, erreichte das Defizit im Etschgebiet 56 Prozent und im Brentabecken 74 Prozent.
Die größten Risiken für die Landwirtschaft in Trentino-Südtirol betreffen Wasser, Ernteerträge und die Stabilität der alpinen Ökosysteme.
Die am stärksten gefährdeten Nutzpflanzen sind:
- Äpfel;
- Weinberge;
- kleine Früchte;
- Bergweiden.
Angesichts steigender Temperaturen und drohender Dürre benötigen Apfelplantagen und Weinberge (während der Sommersaison) mehr Wasser, gerade zu einer Zeit, in der immer weniger Wasser zur Verfügung steht.
Eine wissenschaftliche Studie vom Januar 2026, mit dem Titel Klimavariabilität und Erträge mehrjähriger Obstkulturen: Erkenntnisse aus Trentino-Südtirol, Norditalien, Erstellt von den Universitäten L'Aquila und Florenz und veröffentlicht in der wissenschaftlichen Zeitschrift Elsevier / Agrar- und Forstmeteorologie, kamen zu folgenden Schlussfolgerungen:
- die Erträge der Äpfel In Trentino-Südtirol reagieren sie empfindlicher auf Klimaveränderungen als Weinreben;
- Der kritischste Faktor ist der späte Frühjahrsfrost;
- Übermäßige Hitze und Temperaturschwankungen haben ebenfalls erhebliche Auswirkungen auf die Produktivität;
- Jenseits bestimmter klimatischer Schwellenwerte sinkt die Produktion rapide.
Das Paradoxe ist, dass Trentino-Südtirol dank der Alpen historisch gesehen eine wasserreiche Region ist, doch die Klimaerwärmung bringt dieses auf reichlich Schnee und ständiger Wasserverfügbarkeit basierende Landwirtschaftsmodell in eine Krise.
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