Ferrero betreibt Greenwashing: Das Unternehmen predigt Nachhaltigkeit, zahlt seinen Arbeitern aber durch Outsourcing nur 5 Euro pro Stunde.

Ein kostensparender Mechanismus. Aber auf Kosten der Frauen, die Kinder-Überraschungseier, Mon Chéri- und Raffaello-Pralinen verpacken.

Streik

Ferrero ist der bedeutendste italienische Lebensmittelkonzern. Giovanni Ferrero ist laut Forbes mit einem Vermögen von 44 Milliarden Euro seit Jahren der reichste Mann Italiens. Der Konzern rühmt sich, Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit zu sein. Doch wie sich herausstellt, erhalten die Arbeiter, die in den Fabriken über Subunternehmer für das Verpacken der Pralinen zuständig sind, nur 5 Euro pro Stunde.

Die Entdeckung erfolgte, nachdem Arbeiter der Firma Proteco Srl, die im Auftrag von Ferrero Kinder-Überraschungseier, Mon Chéri- und Raffaello-Pralinen verpackt, vor dem Ferrero-Hauptsitz in Alba protestiert hatten. Während der Demonstration wies eine Proteco-Mitarbeiterin darauf hin, dass eine Schachtel Pralinen mehr als eine Stunde ihrer Arbeitszeit in Anspruch nehme.

Andererseits ist der Mechanismus der Vergabe von Unteraufträgen mit seinen Hungerlöhnen strategisch wichtig für die Kostenstruktur des in Alba ansässigen multinationalen Konzerns: 90 Prozent der Produkte der Marke Ferrero werden von externen Auftragnehmern hergestellt. Während die Arbeiter bei Proteco srl mit einem Stundenlohn von 5 Euro vorliebnehmen müssen, verdient ein Ferrero-Mitarbeiter mindestens 1.600 Euro brutto im Monat.

Was das Thema Nachhaltigkeit angeht, hat Ferrero sogar eine Website erstellt, um über seine Initiativen in diesem Bereich zu informieren (www.ferrerosustainability.comUnd zu den Unternehmenszielen gehört neben dem üblichen Umweltschutz und der nachhaltigen Beschaffung von Inhaltsstoffen auch die Wertschätzung der Mitarbeiter. Indem man ihnen 5 Euro pro Stunde zahlt?

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