In Sizilien hat der Bürgermeister von Capaci, Pietro Puccio, ein in Italien einzigartiges Projekt ins Leben gerufen: Er informiert junge Männer, die sich zum Militärdienst gemeldet haben, über die Möglichkeit, sich aus Gewissensgründen vom Wehrdienst zu befreien. Alle bisherigen Erklärungen zur Wehrdienstverweigerung werden im Rathaus gesammelt und anschließend an das Verteidigungsministerium weitergeleitet.
Die Initiative betrifft nicht nur 17-Jährige, die automatisch in den Gemeindelisten eingetragen sind, sondern auch Männer zwischen 18 und 45 Jahren, die zurückgerufen werden könnten, wenn die Wehrpflicht wieder eingeführt wird, die in Italien zwar ausgesetzt, aber nicht abgeschafft ist.
Puccio erklärte, sein Ziel sei nicht, die Wehrdienstverweigerung aus Gewissensgründen zu „fördern“, sondern das Bewusstsein für eine gesetzlich vorgesehene Option zu schärfen: die Wahl des Zivildienstes und gewaltloser Verteidigungsformen anstelle des Militärdienstes.
Als in Italien noch Wehrpflicht herrschte, bedeutete die Erklärung, sich aus Gewissensgründen zum Wehrdienstverweigerer zu erklären, dass man aus moralischen, religiösen oder philosophischen Gründen nicht in den Streitkräften dienen wollte. In diesem Fall wurde man stattdessen einem zivilen Alternativdienst zugeteilt.
Da die Wehrpflicht derzeit ausgesetzt ist, hat eine „präventive“ Erklärung wie die der Gemeinde Capaci in erster Linie politischen und symbolischen Wert: Sie hat nicht automatisch unmittelbare praktische Auswirkungen, da kein Aufruf zu den Waffen stattfindet.
Historisch gesehen hatte der Status des Kriegsdienstverweigerers aus Gewissensgründen jedoch einige wichtige rechtliche Konsequenzen:
- Es war nicht möglich, eine Waffenlizenz zu erhalten;
- Es war nicht möglich, den Streitkräften oder anderen bewaffneten Organen des Staates beizutreten;
- In der Vergangenheit gab es auch weitergehende Arbeitsbeschränkungen, die später mit den Reformen der 90er Jahre gelockert wurden.
Seit 2007 besteht die Möglichkeit, den Status als Wehrdienstverweigerer aus Gewissensgründen nach mindestens fünf Jahren Entlassung durch Abgabe einer förmlichen Erklärung aufzugeben.
Sollte die Wehrpflicht in Zukunft wieder eingeführt werden, würden diejenigen, die sich aus Gewissensgründen zum Kriegsdienstverweigerer erklären, normalerweise nicht zum Kampf mit Waffen eingesetzt, sondern könnten gemäß den dann geltenden Bestimmungen zivilen Diensten oder unbewaffneten Tätigkeiten zugeteilt werden.
Das Projekt ist für den Non Sprecare Award 2026 in der Kategorie „Institutionen“ nominiert. Um Ihr Projekt kostenlos einzureichen, folgen Sie bitte den Anweisungen. hier.
Die Projekte, die im Wettbewerb um die Ausgabe 2026 stehen:
Möchten Sie eine Auswahl unserer Nachrichten sehen?
- Abonnieren Sie unseren Newsletter klicken Sie hier;
- Wir sind auch dabei Google NewsAktivieren Sie den Stern, um uns zu Ihren bevorzugten Quellen hinzuzufügen;
- Folgen Sie uns auf Facebook, Instagram e Pinterest.

